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Ist Sonnencreme wirklich krebserregend? Wann muss ich sie benutzen und ist es ratsam, sie selbst herzustellen? Wir haben mit der Expertin gesprochen:
Dr. Nadja Galliker ist Fachärztin für Dermatologie, Venerologie, Immunologie und Allergologie am Immunologie-Zentrum in Zürich. Interdisziplinäres Arbeiten ist in der Dermatologie für sie «unabdingbar und sinnvoll, denn viele Hautprobleme können Teil von Krankheiten sein, die auch andere Organe betreffen.» Mit Ihr haben wir über Sonnenschutz gesprochen und die wichtigsten Mythen rund um Sonnencremes aufgeklärt – damit Sie die Sonne in vollen Zügen geniessen können:
«UV-Strahlen erreichen uns auf der Erdoberfläche das ganze Jahr über. Im Winter oder wenn es bewölkt ist, ist die Strahlung natürlich schwächer, doch trotzdem kann sie uns schaden. Im Winter ist die Sonne insbesondere in den Bergen sehr stark und wegen der Kälte hält man sich oft unbewusst länger in der Sonne auf. Wenn man sich also immer vor der Sonne schützt, geht man auf Nummer sicher.»
«Es gibt physikalische und chemische Filter. Erstere wirken durch mikroskopisch kleine Partikel, etwa weisses Zinkoxid oder Titandioxid. Sie liegen auf der Hautoberfläche und streuen beziehungsweise reflektieren dort das Sonnenlicht. Chemische Filter hingegen absorbieren die energiereichen UV-Strahlen und wandeln diese in Wärmestrahlen um. Dafür müssen sie in die oberen Hautschichten eindringen und entfalten ihre Wirkung daher erst nach etwa 20 bis 30 Minuten.»
«Ein Sonnenschutz sollte immer UVA- und UVB-Schutz haben. UVB-Strahlen führen zu Hautkrebs, UVA-Strahlen indirekt ebenfalls. Zudem verändern UVA-Strahlen die Haut und lassen sie schneller altern.»
«Die wichtigsten Ursachen für Hautalterung sind die Gene, Rauchen – und Sonne. Sonnenschutz ist also das wichtigste Anti-Aging-Produkt. Wer lange jung aussehen möchte, ohne Pigmentflecken, Falten und Vergröberung der Hautstruktur, der sollte täglich immer mindestens SPF 30 nutzen. Dermatologen empfehlen generell SPF 50.»
«Das muss man ausprobieren. Es gibt ganz verschiedene Produkte auf Gel- oder Cremebasis oder als Spray. Neu gibt es Sonnenschutz auch in Spray Form, um beispielsweise den Haaransatz besser schützen zu können.»
«Sonnencreme allein kann UV-Strahlen nie vollständig blockieren. Wichtig ist zudem eine ausgewogene Ernährung mit Vitamin D-reichen Nahrungsmitteln, wie Lachs, Eigelb oder Champignons. Man kann auch gezielt mit Nahrungsergänzungsmitteln arbeiten. Sonnencreme wegzulassen, um Vitamin D zu bilden, ist jedenfalls keine gute Idee, da das Risiko für weissen und schwarzen Hautkrebs massiv steigt.»
«Es gibt keine seriöse wissenschaftliche Studie, die belegt, dass Sonnencremes krebsfördernd sind. Dafür zeigen viele Studien, dass Sonnenbrände und Sonnenbaden Hautkrebs begünstigen. Häufig ist es weisser Hautkrebs, jedoch nimmt der schwarze Hautkrebs extrem zu. Am schwarzen Hautkrebs kann man sterben, oft leider auch in jungen Jahren.»
«Wenn man Salben oder Cremes selbst herstellt, besteht ein grosses Risiko bei der Hygiene. Zudem ist nicht gewährleistet, welchen Sonnenschutz die Produkte effektiv haben. Weiter gibt es auch viele natürliche Substanzen, die sonnenempfindlicher machen und schädlich sein könnten wie etwa Zitrusstoffe in Sonnenschutzmitteln.»
Wie Sie Sonnencreme richtig auftragen und sich noch vor UV-Strahlen schützen können, erfahren Sie hier.