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Text: IN-Redaktion
Viele Schweizerinnen und Schweizer leiden unter Allergien. Allergene fliegen durch die Luft oder verstecken sich in Nahrungsmitteln. Doch nicht alle Betroffenen leiden gleich stark. Wo die einen nur leicht schniefen, kann es bei anderen lebensgefährlich werden. Eine Expertin gibt Auskunft.
mit Sereina de Zordo, Beraterin im aha! Allergiezentrum Schweiz
Allergien lassen sich grob in zwei grosse Gruppen einordnen. Am häufigsten sind die Atemwegsallergien. Etwa 15-20% der Schweizer sind davon betroffen. Die wichtigsten Auslöser dafür sind Pollen, Hausstaubmilben, Tiere und Schimmelpilze. An zweiter Stelle kommen die Nahrungsmittelallergien. Kinder sind mit 5-8% etwas häufiger davon betroffen als Erwachsene (2-4%). Dabei ist es wichtig, Allergien von Nahrungsmittelintoleranzen, wie beispielsweise der Laktoseintoleranz, abzugrenzen.
Ja. Es gibt eine deutliche Zunahme von Allergien. Dies führt man vor allem auf gesteigerte Hygiene zurück. Das Immunsystem wird dadurch sozusagen gelangweilt und greift Dinge an, die eigentlich harmlos sind.
Bereits in der Schwangerschaft sollte die werdende Mutter auf eine vielfältige Ernährung achten. Auch später gilt: keine übertriebene Vorsicht. Kinder können ruhig auch mal im Dreck spielen.
Bei den Atemwegsallergien kommt es vor allem zu geröteten Augen und Schnupfen. Wenn auch die unteren Atemwege betroffen sind, es also zu Husten und Atemnot kommt, spricht man von einem Asthma. Bei den Nahrungsmittelallergien sind Erbrechen, Durchfall und auch Hautreaktionen möglich.
Kommt es zu einem schweren Asthmaanfall, Kreislaufproblemen oder sogar einem anaphylaktischen Schock, ist dies ein absoluter Notfall.
Tritt die extreme allergische Reaktion zum ersten Mal auf, sollte man so schnell wie möglich den Rettungsdienst alarmieren. Besser einmal zu früh reagieren als zu spät. Danach muss eine gründliche Allergieabklärung erfolgen. Die Auslöser können dann gezielt gemieden werden und man erhält Notfallmedikamente. Diese können in der nächsten Notfallsituation früh genug eingenommen werden.
Für die Lebensmittelallergien gibt es leider noch keine Desensibilisierung. Bei der Pollen- oder Hausstaubmilbenallergie ist diese aber sehr sinnvoll. Oft lässt sich dadurch ein sogenannter Etagenwechsel verhindern, bei dem es zur Entwicklung eines Asthmas kommt. Auch bei der Insektengiftallergie ist diese Methode sehr wirksam. Dabei werden die entsprechenden Allergene in gesteigerter Dosis gespritzt oder als Tabletten bzw. Tropfen unter die Zunge gelegt, um das Immunsystem quasi daran zu gewöhnen.
Websites:
www.aha.ch
www.pollenundallergie.ch
Buchtipp:
Das Allergiker-Kochbuch von Alice Sherwood, erschienen im Dorling-Kindersley-Verlag.